Zuckerentzug: Und wie man am besten damit umgeht

Was meiner Erfahrung nach die meisten Menschen davon abhält sich zuckerfrei zu ernähren, ist zum Einen die Macht der Gewohnheit und zum Anderen die fiesen Gerüchte rund um den „Zuckerentzug“. Doch was steckt wirklich dahinter?

Das Wort „Entzug“ ist im Deutschen allgemein eher negativ behaftet. Entzug und Entzugserscheinungen kennt man in der Regel nur von Drogen- bzw. Alkoholsüchtigen oder ehemaligen Rauchern.

Viele Wissenschaftler sprechen im Bezug auf Zucker mittlerweile jedoch auch von einer Droge, nach der man süchtig werden kann und es der Großteil der westlichen Bevölkerung auch ist.
Schauen wir uns mal die Definition des Begriffs „Sucht“ an. Laut dem Duden ist eine Sucht:

  • Krankhafte Abhängigkeit von einem bestimmten Genuss- oder Rauschmittel
  • übersteigertes Verlangen nach etwas, einem bestimmten Tun

Viele werden sich allein in dieser Definition wieder erkennen. Wann greifst du zu Süßigkeiten & Co.? Wenn du traurig bist? Wenn du dich belohnen willst? Wenn du in Gesellschaft bist? Es ist wichtig zu erkennen, aus welchem Grund man sich ungesund ernährt und daher eventuell auch gesundheitliche Einschränkungen/ Probleme hat wie Diabetes, Übergewicht, etc.

Doch selbst ein großer Teil der Anti-Schoko-Fraktion und Cola-Hasser nimmt über den Tag viel mehr zugesetzten Zucker oder Zuckerersatzstoffe zu sich als gedacht.
Hier findest du ein kleines Beispiel (Blogpost folgt), wie so ein angeblich zuckerfreier Tag aussehen könnte.
Entdeckst du die vielen scheinbar gesunden Zuckerfallen? Und jetzt stell dir vor, dass du auf all das verzichten müsstest. Da kommt erst mal ein Gefühl der Ratlosigkeit und Unbefriedigtheit auf.

Doch wie wir schon im Biounterricht gelernt haben, kann jede Sucht bekämpft werden. Manch eine leichter, manch andere schwieriger.

Ich denke ein großer Vorteil der „Zuckersucht“ im Gegensatz zu anderen Süchten ist der, dass man auf nichts direkt verzichten muss. Die Geschmacksnerven müssen sich nur umgewöhnen und die natürliche Süße der Lebensmittel wieder kennenlernen – ich weiß, leichter gesagt, als getan.

Meine Geschichte:

Ich habe eigentlich immer darauf geachtet mich abwechslungsreich (wenn auch phasenweise eher ungesund) zu ernähren. Nach zwei Jahren Vegetarier Dasein und gescheiterten Versuchen mich vegan zu ernähren, habe ich jedoch angefangen während der Arbeit ständig zwischendurch zu essen. Light-Schokoriegel, verarbeitete Erdnüsse, Fertigsalate und Energy Drinks standen auf meinem Tagesplan.

Ab Februar 2016 bekam ich dann gesundheitliche Probleme, v.a im Magen-Bereich. Ob es an meinem Essverhalten lag, weiß ich nicht. Ich habe zwar auch gemerkt, dass ich gewisse Lebensmittel in bestimmter Dosis nicht vertrage, abgehalten hat mich das aber nicht, diese trotzdem bis ins Unendliche zu konsumieren.

Richtig schlimm wurde es dann jedoch im Urlaub. Mein Freund und ich waren 10 Tage in Spanien in einem all incl. Hotel. Wenn wir Abends mal im Hotel gegessen haben, habe ich mir alles auf meinen Teller geladen, was nicht auf drei auf dem Baum war. Meist einen großen Salatteller, dann alles an Kohlenhydraten und verschiedenen Fleisch & Käsekreationen, was das Buffet so hergegeben hat. Von der Nachspeise will ich erst gar nicht anfangen: Von jedem Kuchen oder Muffin mindestens ein Stück, Pudding und Eis hinterher.
Danach konnte ich mich meist kaum bewegen und mir war nur noch schlecht, so dass ich erst einmal eine halbe Stunde entspannen musste, bevor wir in die Stadt weiterziehen konnten.

Im Nachhinein betrachtet finde ich das ganz schön krank und ekelhaft. Klar sich mal was zu gönnen oder auch bei einem Buffet mal voll zuzuschlagen ist gar kein Problem, es jedoch 8 Tage lang in so einem Ausmaß zu tun, obwohl man weiß, dass es einem danach sehr schlecht gehen wird (wegen gesundheitlicher Vorbelastung), ist ein Problem.

Mein Arzt empfand es ebenso als Problem. Anti-Candida-Diät war seine Empfehlung. Jeder industrielle Zucker wird vom Speißeplan gestrichen und auch Obst war in den ersten vier Wochen verboten. Der Plan sah wirklich angsterfüllend aus:
Verboten: Getreideprodukte, Obst, Süßigkeiten, Wurst, (Milch), etc.
Erlaubt: Unter anderem Gemüse, Kartoffeln, Fleisch.
Nachdem ich fast gar kein Fleisch esse, war die Auswahl eher bescheiden.

Ja, die erste Woche war echt hart. Nach vier Tagen traten schon starke Kopfschmerzen ein, ich fühlte mich so gerädert, als hätte ich am Vorabend zu tief ins Weinglas geschaut. Mein ganzer Körper tat weh, aber an Aufgeben habe ich nicht gedacht. Tatsächlich kommen mir vier Tage nicht wirklich lang genug vor, um Entzugserscheinungen zu haben, allerdings habe ich von vielen anderen Mitstreitern genau das Selbe gehört.

Aber weißt du was? Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn man weiß für was man es tut. Denn die positiven Wirkungen nach dieser Woche überwiegen: Die gesundheitlichen Probleme wurden immer weniger, die Kilos sind gepurzelt und das Essen wurde immer besser. Ja zuckerfrei Backen ist in der Tat Anfangs für eh schon Ungeübte wie mich etwas schwierig. Doch mit ein bisschen Übung und Hilfe von meinem Freund kamen wirklich sehr leckere Gerichte und Rezepte zum Vorschein, wie beispielsweise der zuckerfreie Apfelkuchen.
Auf natürliche Süße in Form von Früchten verzichte ich jedoch nicht mehr. Obst gehört in Maßen für mich zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Das ist jedoch jedem selber überlassen. Zum Thema „Fructose“ wird noch ein separater Blogpost erscheinen.

 

Als Tipp kann ich dir geben:

 

  • Trink vieeeel Wasser und ungesüßten Tee: mind. 3 Liter täglich
  • Esse viele Ballaststoffe, die deinen Magen füllen
  • Als Snack zwischendurch eignen sich Gemüse-Sticks oder Nüsse
  • Mache dir eine heiße Schokolade selbst (1 gr. Tasse Milch & 1/2 TL entölten, natürlichen Kakao)
  • Mache Sport und lenk dich ab!
  • Erkundige dich nach Rezepten um herkömmliche Saucen und Dressings selber zu machen
  • Auch beim Auswärts-Essen gibt es viele Tricks (Salatdressing selber anmachen, Fleisch als Hauptspeise, Kartoffeln statt Pommes/Nudeln, etc.)
  • Das wichtigste: Glaub an dich und werd dir deinen Zielen und deiner Motivation dahinter bewusst!

Lass dich nicht unterkriegen. Auch ich hatte über Weihnachten eine Phase in der ich in meine alten Muster verfallen bin. Doch nun gehen wir es gemeinsam wieder an.

Ich wünsche dir einen guten Start! Wenn es so viele Menschen schaffen, schaffst du das bestimmt auch. Und wenn es dir einmal schwerfällt, kannst du mir gerne eine E-Mail zukommen lassen. Ich versuche dir so schnell wie möglich zu antworten und dir zu helfen 🙂

Bildquelle: Pixabay Fotograph: MichaelGaida

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Laura

Hallo, ich bin Laura, schön, dass du hier bist. :) Mit diesem Blog möchte ich dich inspirieren, industriellen Zucker weitgehend aus deinem Essen zu verbannen. Alles ganz unter dem Motto "Natürlich süß naschen!". Durch diesen Blog verbinde ich zwei meiner Interessen: Die digitale Welt & zuckerfrei essen. Gerne kannst du mir eine Nachricht zukommen oder einen Kommentar hinterlassen! :)

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